Vortragsreihe Sterbewelten

Das Leben ist vielfältig. Ebenso verhält es sich mit dem Sterben. Lebens- und Sterbewelten liegen häufig nah beieinander. Jede und jeder stirbt, wie Rainer Maria Rilke es in seinem Stundenbuch im Jahre 1903 treffend ausdrückte, ihren bzw. seinen eigenen Tod. In dieser neu konzipierten Vortragsreihe werfen wir darum einen genaueren Blick auf einige dieser Sterbewelten, von den Menschen in der fremden Heimat, über Gefangene, von dem Brückenschlag zwischen Geburt und Sterben bis hin zu geschlechtsspezifischen Aspekten, von den Todeswünschen Hochbetagter bis zu den unausweichlichen Themen Schuld, Vergebung und Hoffnung. Flyer 2019

Für die Vorträge ist keine Anmeldung erforderlich.

Am Ende des Lebens - Eine Sterbekunst für unsere Zeit

Inhalte

Die „ars moriendi“ des Mittelalters lehrte Menschen ihr Haus zu bestellen und in Frieden zu sterben. Manches davon mag uns auch heute ansprechen, vieles aber ist uns fremd geworden. Wie kann eine Sterbekunst für unsere Zeit aussehen? Deutlich scheint jedenfalls, dass die Kunst zu sterben und die Kunst zu leben eng zusammengehören.

Leitung Waldemar Pisarski, Kirchenrat i.R., Lehrsupervisor (DGfP), Gestalttherapeut (AKG)
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 14. März 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Sterbehilfe oder Hilfe zum Leben?

Inhalte

Die jüdische Sicht auf die immer aktuelle Frage: Ist es erlaubt, Menschen aktiv oder passiv das Sterben zu erleichtern, gar ihren Tod herbeizuführen?
Das jüdische Gesetz, die Halachah, regelt die Beziehungen zwischen unserem Schöpfer und dem Mensch, sowie dem Mitmenschen bis ins Detail des täglichen Lebens. Was wir essen dürfen, wie wir uns kleiden, wann wir uns fortpflanzen und wie wir sterben sollen. So wie es einen jüdischen Weg zu leben gibt, gibt es einen jüdischen Weg zu sterben. Die Torah, die Lehre wurde dem jüdischen Volk vor 3000 Jahren von G`tt am Berg Sinai übergeben. Sie hat ihre Gültigkeit nicht verloren. Seither hat die Medizin einen rasanten Fortschritt gemacht und die Möglichkeiten, Leben zu erhalten oder das Sterben zu beeinflussen, sind unermesslich vielfältig. Die Ethik des Judentums gibt viele Antworten auch für den modernen Menschen.

Leitung Dinah Zenker, Pflegedienstleitung Jüdisches Seniorenheim der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 11. April 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Was passiert, wenn Menschen mit geistiger Behinderung an ihrem Lebensende mitbestimmen?

Können sie sich selbst bestimmen - bis zuletzt?

Inhalte

Der Christophorus Hospiz Verein hat seit 2013 einen Hospiz- und Palliativdienst für Menschen mit Behinderung. Wir begleiten Betroffene selbst, arbeiten aber auch mit den Einrichtungen und dem Netzwerk intensiv zusammen. Was bedeutet in Deutschland auf  diesem historisch sehr belasteten Hintergrund Selbstbestimmung? Sind Menschen mit geistiger Behinderung in der Lage ihren Willen zu äußern? Und in welcher Weise? Was bedeutet in diesem Zusammenhang Patientenverfügung? Welche Chancen hat die gesetzlich seit 2015 grundgelegte „gesundheitliche Versorgungsplanung“  (§132 g SGB V) für diesen Bereich?

Leitung Gregor Sattelberger, Palliativpflegefachkraft, Dipl. Pflegewirt, MAS Palliative Care
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 06. Juni 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Ist mit Demenz alles anders - oder nur manches?

Inspirierende Idee zu unserem Denken, Fühlen und Menschsein

Inhalte

Wenn alles langsamer wird, denken wir schnell an Leistung, die fehlt;  wenn wir andere brauchen an einen unguten Verlust unserer Autonomie. Aber sind nicht Entschleunigung und zwischenmenschliche nahe Verhältnisse das, was den Menschen Sinn und Kraft gibt? Wie oft wünschen wir uns das und bekommen es nicht in einer leistungsorientierten Kultur, wo wir es immer selbst schaffen müssen? Dies und anderes soll im Kontext der frühen Demenz aufzeigen, dass ein „Verlust“ nicht immer ein vollkommenes Verlieren ist, sondern mit neuen Facetten auch ein kostbares anderes Denken und Leben ermöglichen kann.

Leitung Dr. Celina von Bezold (Vortrag), Philosophin
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG, im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 18. Juli 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Scham und Würde - eine Spurensuche

Inhalte

„Die Scham ist die Hüterin der Würde“ so beschrieb der amerikanische Psychoanalytiker Léon Wurmser den Zusammenhang zwischen diesen zwei starken Begriffen. Die Angst, in der eigenen Würde verletzt zu werden, scheint für viele Menschen in schwerer Krankheit, im Alter und im Sterben besonders groß zu sein. Umso wichtiger ist es, sich auf die Spurensuche nach ihrer Hüterin, der Scham zu machen: Wofür schämen sich Menschen am Lebensende? Was ist der Unterschied zwischen Beschämung und Scham? Wie zeigen Menschen, dass sie sich schämen, bzw. wie versuchen sie es zu verbergen? Und was können wir tun um schamvolle und beschämende Situationen zu vermeiden? Die Beschäftigung mit diesen Fragen ist notwendig für eine, die Würde bewahrende Begleitung sterbender Menschen.

Leitung Katarina Theißing, Altenpflegerin, MAS Palliative Care
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG, im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 24. Oktober 2019, 18:00 bis 20:00 Uhr

Die verwundeten Begleiter

Auswirkungen meiner biografischen Verletzungen in der Begleitung von Schwerkranken und Sterbenden

Inhalte

Sie kennen sicherlich Situationen, in denen sie als Begleiter unterschiedlich auf die Herausforderungen des Alltags bzw. auf das Verhalten der zu begleitenden Menschen reagieren. Im Umfeld von Palliative Care und Hospizarbeit werden Begleitende häufig mit Befindlichkeiten und Verhaltensweisen, wie depressive Stimmungen, Abwehren und Ablehnen von Angeboten, aggressives Verhalten usw. zurechtkommen und diese können für die einen zu stressvollen Situationen werden. 
Für den anderen hingegen relativ gut handhabbar sein. Das Erleben und das daraus folgende Verhalten der Betreuenden scheint sehr unterschiedlich zu sein.
Die Vergebungsforschung belegt, dass nicht vergebene Verletzungen in den Beziehungen mit anderen Menschen blockierend weiter wirken (können). Diese Auswirkungen werden „Anzeichen der Nichtvergebung“ genannt.

Leitung Petra Mayer, freiberufliche Referentin, Trainerin für Palliative Care
Ort Marianne-Meier-Saal, 3.OG, im Christophorus-Haus, Effnerstr. 93, 81925 München
Gebühr Unkostenbeitrag: EUR 5,- CHV-Ehrenamtliche frei
Teilnahmebedingungen

Keine Anmeldung erforderlich!

Termin Donnerstag, 21. November 2019, 18:00 Uhr bis Donnerstag, 20. September 2018, 20:00 Uhr